Benötigt man wirklich eine Fahrradversicherung / Fahrrad Kaskoversicherung, sprich eine Vollkasko für´s Fahrrad?

Eine gute Frage, die sicherlich jeder selbst für sich beantworten muss.

Aber was genau ist eine Fahrrad Kaskoversicherung?

Es handelt sich hier nicht nur um den klassischen Fahrraddiebstahlschutz (der in der Hausratversicherung mit eingeschlossen werden kann), sondern um den Schutz durch

  • Mut- oder Böswilligkeit Dritter (Vandalismusschäden)
  • Herunterfallen, Bruchschäden, An- und Zusammenstoß
  • Selbstverursachte Unfallstürze
  • Unsachgemäße Handhabung, Bedienungsfehler
  • Kurzschluss und Überspannung bei E-Bikes.

Eine Versicherung für hochwertige Fahrräder?

Für günstige Fahrräder macht der Abschluss einer Fahrrad Kaskoversicherung vermutlich nicht sinnvoll. Jedoch sind immer mehr hochwertige Fahrräder (egal ob Rennrad, Mountainbike, Gravel-Bike, Pedelec oder Trekkingrad) auf deutschen Straßen unterwegs. Hier sollte man sich gut überlegen, ob der Abschluss der Fahrrad Kaskoversicherung / Fahrrad Vollversicherung nicht doch Sinn macht. Gerade bei Fahrrädern mit hochwertigen Ausstattungen und Rahmenteilen aus Carbon kann einer Reparatur sehr teuer bis unmöglich werden. Und wie schnell etwas passieren kann, habe ich jetzt selbst am eigenen Leib erfahren. Klar war für mich, dass bei der Neuanschaffung eines hochwertigen Elektrofahrrads im letzten Jahr eine Fahrrad Kaskoversicherung abgeschlossen wird. In diesem Jahr dann die Überlegung, ob die Versicherung bestehen bleibt oder doch gekündigt werden soll. Die Versicherung wurde nicht gekündigt, und dies war die einzig richtige Entscheidung. Denn jeder weiß, wie schnell was passiert, und das sollte ich am eigenem Leib erfahren.

Und das war passiert:

Am letzten Wochenende stürzte ich selbst mit meinem Fahrrad. Neben den unzähligen Schürfwunden erlitt das Rad auch einiges an Beschädigungen, dessen Reparatur ohne die Fahrrad Kaskoversicherung schon ein größeres Loch in Portemonnaie gebrannt hätte. Vielen von Ihnen werden jetzt sagen: Immer diese E-Bike-Fahrer – rasen, wie die Bescheuerten und beherrschen Ihr Rad nicht. Selbst schuld! Selbstverständlich war ich schuld, aber gerast bin ich nicht.  Und geben Sie zu: Sie kommen von der Straße ab und landen auf einen Grün- oder Schotterstreifen. Beim Versuch wieder auf den eigentlichen Weg zu fahren, stürzen Sie an der Teerkante der Straße, da sich der Lenker quer stellt.

Nach diesem Schreck kam der Schock, als ich das Fahrrad betrachtete. Von wegen nur ein paar Schrammen, das komplette Bedienteil der Elektronik  war defekt bzw. abgerissen. Hinzu kamen einige Lackschäden am Rahmen und den Anbauteilen. Nun packte mich die Wut. Schließlich musste ich nun ohne Unterstützung des Motors meinen geschundenen Körper nach Hause fahren. Fast die Hälfte der Heimstrecke ärgerte ich mich über mich selbst und dachte nur, dass war ja eine verdammt teure Fahrradtour. Sie kennen sicherlich das Gefühl, wenn man selbst den Schaden verursacht hat und man sich selber verwünscht.

Zum Glück habe ich die Fahrradvollkaskoversicherung vor drei Wochen nicht gekündigt und konnte ganz entspannt die Reparatur veranlassen, ohne selbst für den Schaden aufkommen zu müssen.

Die Fahrradvollkaskoversicherung ist für alle privatgenutzten Fahrräder, welche nicht versicherungspflichtig sind, möglich.