Wer profitiert tatsächlich von der Riester-Zulagen-Erhöhung 2018?

Anfang 2018 steigt die Zulage für die Riester Rente von 154,- Euro auf 175,- Euro. Dies sollte für alle Riester-Sparer ein Grund zur Freude sein, schließlich ist unser Staat spendabel und belohnt diejenigen, welche sich zusätzlich mit einer privaten Altersvorsorge mit der Riester Rente vor der Altersarmut absichern.

Aber ganz so toll ist das Geschenk der staatlichen Förderung im Hinblick auf die Steuererklärung dann doch nicht!

Voraussetzung für die volle staatliche Förderung zur Riester Rente:

Schließlich muss jeder Riester-Sparer mindestens 4 % von seinem Brutto-Vorjahreseinkommen (maximal 2100,- Euro) in den Vertrag zur Riester Rente einzahlen, um die volle staatliche Förderung zu erhalten. Dafür dürfen die eingezahlten Beiträge in der Steuerklärung angegebenen werden und die darauf gezahlten Steuern werden erstattet und genau hier steckt der Teufel im Detail.

Beispielrechnung Besseverdiener:

Bei einer maximalen jährlichen Einzahlung in Höhe von 2.100,- Euro und einem persönlichen Steuersatz von 40 % würde sich ein Steuervorteil von 840,- Euro ergeben. Allerdings ergibt dieser Betrag abzüglich 154,- Euro der jetzigen staatlichen Förderung (Stand 2017) einen tatsächlichen Steuervorteil in Höhe von 686,- Euro.

Aufgrund der Erhöhung staatlichen Förderung  im Jahr 2018 sind es dann keine 686,- Euro Steuervorteil, sondern nur noch 665,- Euro (840 Euro minus 175 Euro = 665 Euro), welche steuerlich gelten gemacht werden können.

Somit wird die Erhöhung der staatlichen Förderung in Höhe von 21,- Euro eine Plus-Minus-Rechnung für jeden Normal- und Besserverdiener.

Beispielrechnung Normalverdiener:

Von der zukünftigen Erhöhung der staatlichen Förderung profitieren besonders Geringverdiener und Normalverdiener mit mehr als einem Kind. Vorteil ist hier der persönliche Steuersatz, welcher geringer ist. Somit ist die staatliche Förderung höher als der steuerliche Vorteil.

Schließlich beträgt die jährliche Kinderzulage 300,- Euro für Kinder, welche nach 2008 zur Welt gekommen sind, und für davor geborene Kinder sind es 185,- Euro.

Normalverdiener haben statistisch ein Brutto-Vorjahreseinkommen von 30.000,- Euro mit einem persönlichen Steuersatz von 30 % und zwei Kinder (beispielhaft ist eines im Jahr 2006 und das andere im Jahr 2009 geboren), somit erhält er jährlich insgesamt (154,- Euro + 185,- Euro + 300,- Euro) 639,- Euro staatliche Förderung und müsste 4% seines Brutto-Vorjahreseinkommen (1.200,- Euro) einzahlen. Tatsächlich zahlt er jährlich 561,- Euro (1200 Euro minus 639 Euro) in die Riesterrente ein. Somit würde sich der Steuervorteil von  360,- Euro ergeben. Allerdings ergibt dieser Betrag abzüglich 639,- Euro der jetzigen staatlichen Förderung (Stand 2017) einen tatsächlichen Steuervorteil in Höhe von 0,- Euro.  Er bekäme über die Steuererklärung daher nichts für seine Riester-Beiträge zurück, aber dürfte die Zulagen behalten. Dieser Sparer würde daher von der Erhöhung Anfang 2018 profitieren, statt 639 Euro bekäme er dann künftig 660,- Euro vom Staat.

Fazit: Der größte Nachteil für alle Riester-Sparer entsteht bei Auszahlung. Die ausgezahlte Riester-Rente muss zu 100 % unter Berücksichtigung des persönlichen Steuersatzes versteuert werden und somit ist der Steuervorteil während der Einzahlphase kaum vorhanden.

Daher lassen Sie sich ausführlich vor Abschluss einer Riester-Rente beraten und wägen Sie ihre persönliche Situation ab, denn nicht jeder sollte „riestern“.